********** Kouřím, abych nemusela plakat. (Vynzgést Gargas) *******

DER KLEINE PRINZ 6

2. června 2006 v 22:34 | Gargas |  Němčina

XVI

Der siebente Planet war also die Erde.Die Erde ist nicht irgendein Planet! Man zählt da hundertelf Könige, wenn man, wohlgemerkt, die Negerkönige nicht vergißt, siebentausend Geographen, neunhunderttausend Geschäftsleute, siebeneinhalb Millionen Säufer, dreihundertelf Millionen Eitle, kurz - ungefähr zwei Milliarden erwachsene Leute.Um euch einen Begriff von den Ausmaßen der Erde zu geben, muß ich euch sagen, daß man vor der Erfindung der Elektrizität dort auf allen sechs Kontinenten zusammen eine ganze Armee von vierhundertzweiundsechzigtausendfünfhundertelf Laternenanzündern im Dienst hatte.Von einiger Entfernung aus gesehen, wirkte das prächtig. Die Bewegungen dieser Armee waren gedrillt, wie die eines Opernballetts. Den Reigen begannen die Anzünder der neuseeländischen und australischen Laternen. Hatten sie ihre Lampen angezündet, gingen sie schlafen. Dann traten die Laternenanzünder von China und Sibirien zum Tanze an. Auch sie verschwanden hinter den Kulissen. Dann kamen die russischen und indischen Laternenanzünder an die Reihe. Dann die von Afrika und Europa. Dann die von Südamerika. Dann die von Nordamerika. Und niemals irrten sie sich in der Reihenfolge ihres Auftritts. Es war großartig.Nur der Anzünder der einzigen Laterne am Nordpol und sein Kollege von der einzigen Laterne am Südpol führten ein Leben voll Müßiggang und Gemütlichkeit: sie arbeiteten zweimal im Jahr.

XVII

Will man geistreich sein, dann kommt es vor, daß man ein bißchen aufschneidet. Ich war nicht ganz aufrichtig, als ich euch von den Laternenanzündern erzählte. Ich laufe Gefahr, denen, die unseren Planeten nicht kennen, ein falsches Bild von ihm zu geben. Die Menschen benutzen nur sehr wenig Raum auf der Erde. Wenn die zwei Milliarden Einwohner, die die Erde bevölkern, sich aufrecht und ein bißchen gedrängt hinstellten, wie bei einer Volksversammlung etwa, kämen sie auf einem öffentlichen Platz von zwanzig Meilen Länge und zwanzig Meilen Breite leicht unter. Man könnte die Menschheit auf der geringsten kleinen Insel des Pazifischen Ozeans zusammenpferchen. Die großen Leute werden Euch das freilich nicht glauben. Sie bilden sich ein, viel Platz zu brauchen. Sie nehmen sich wichtig wie Affenbrotbäume. Gebt ihnen also den Rat, sich's auszurechnen. Sie beten die Zahlen an, das wird ihnen gefallen. Aber ihr sollt Eure Zeit nicht damit verlieren. Es ist zwecklos. Ihr habt Vertrauen zu mir.Einmal auf der Erde, wunderte sich der kleine Prinz, niemanden zu sehen. Er fürchtete schon, sich im Planeten geirrt zu haben, als ein mondfarbener Ring sich im Sande bewegte.»Gute Nacht«, sagte der kleine Prinz aufs Geratewohl.»Gute Nacht«, sagte die Schlange.»Auf welchen Planeten bin ich gefallen?« fragte der kleine Prinz.»Auf die Erde, du bist in Afrika«, antwortete die Schlange.»Ah! ... es ist also niemand auf der Erde?«»Hier ist die Wüste. In den Wüsten ist niemand. Die Erde ist groß« sagte die Schlange.Der kleine Prinz setzte sich auf einen Stein und hob die Augen zum Himmel.»Ich frage mich«, sagte er, »ob die Sterne leuchten, damit jeder eines Tages den seinen wiederfinden kann. Schau meinen Planeten an. Er steht gerade über uns... Aber wie weit ist er fort!«Der kleine Prinz»Er ist schön«, sagte die Schlange. »Was willst Du hier machen?«»Ich habe Schwierigkeiten mit einer Blume«, sagte der kleine Prinz.»Ah!« sagte die Schlange.Und sie schwiegen.»Wo sind die Menschen?« fuhr der kleine Prinz endlich fort. »Man ist ein bißchen einsam in der Wüste...«»Man ist auch bei den Menschen einsam«, sagte die Schlange.Der kleine Prinz sah sie lange an.»Du bist ein drolliges Tier«, sagte er schließlich, »dünn wie ein Finger...«»Aber ich bin mächtiger als der Finger eines Königs«, sagte die Schlange.Der kleine Prinz mußte lächeln.»Du bist nicht sehr mächtig ... Du hast nicht einmal Füße ... Du kannst nicht einmal reisen ...«»Ich kann Dich weiter bringen als ein Schiff«, sagte die Schlange. Sie rollte sich um den Knöchel des kleinen Prinzen wie ein goldenes Armband.»Wen ich berühre, den gebe ich der Erde zurück, aus der er hervorgegangen ist«, sagte sie noch. »Aber Du bist rein, du kommst von einem Stern...«Der keine Prinz antwortete nichts.»Du tust mir leid auf dieser Erde aus Granit, du, der du so schwach bist. Ich kann dir eines Tages helfen, wenn Du dich zu sehr nach Deinem Planeten sehnst. Ich kann ...«»Oh, ich habe sehr gut verstanden« sagte der kleine Prinz, »aber warum sprichst Du immer in Rätseln?«»Ich löse sie alle«, sagte die Schlange. Und sie schwiegen.

XVIII

Der kleine Prinz durchquerte die Wüste und begegnete nur einer Blume mit drei Blütenblättern, einer ganz armseligen Blume...»Guten Tag«, sagte der kleine Prinz.»Guten Tag«, sagte die Blume.»Wo sind die Menschen?« fragte höflich der kleine Prinz.Die Blume hatte eines Tages eine Karawane vorüberziehen sehen.»Die Menschen? Es gibt, glaube ich, sechs oder sieben. Ich habe sie vor Jahren gesehen. Aber man weiß nie, wo sie zu finden sind. Der Wind verweht sie. Es fehlen ihnen die Wurzeln, das ist sehr übel für sie.«»Adieu«, sagte der kleine Prinz.»Adieu«, sagte die Blume.Der kleine Prinz

XIX

Der kleine Prinz stieg auf einen hohen Berg. Die einzigen Berge, die er kannte, waren die drei Vulkane, und sie reichten nur bis an die Knie, und den erloschenen Vulkan benutze er als Schemel.Von einem Berg so hoch wie der da, sagte er sich, werde ich mit einemmal den ganzen Planeten und alle Menschen sehen... Aber er sah nichts als die Nadeln spitziger Felsen.»Guten Tag«, sagte er aufs Geratewohl.»Guten Tag... Guten Tag... Guten Tag...«, antwortete das Echo.»Wer bist Du?«, sagte der kleine Prinz.»Wer bist Du... Wer bist Du... Wer bist Du...?«, antwortete das Echo.Der kleine Prinz»Seid meine Freunde, ich bin allein«, sagte er.»Ich bin allein... allein... allein...«antwortete das Echo.Was für ein merkwürdiger Planet! dachte er da. Er ist ganz trocken, voller Spitzen und ganz salzig. Und den Menschen fehlt es an Phantasie. Sie wiederholen, was man ihnen sagt... Zu Hause hatte ich eine Blume: Sie sprach immer zuerst...
 

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